XVIII. Gedicht aus dem Rosen-Zyklus

 
Du teilst, was uns betrübt. Doch wenn
dir selbst etwas geschieht, wir wissens nicht.
Man müsste hundert Schmetterlinge 
sein, um deine vielen Seiten zu erkennen.
 

Einzelne von euch sind wie ein Wörterbuch,
und wer solche sammelt, möchte sie gern binden;
Blätter wären es genug.
Ich aber liebe Rosen-Briefe.
 

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

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